24.02.2010 10:41

Mutterschutzrichtlinie: Frauenausschuss für Einführung des Vaterschaftsurlaubs auf EU-Ebene

Bei der heutigen Abstimmung über die Mutterschutz-Richtlinie [Anm. 1] stimmte eine Mehrheit der Mitglieder des Frauenausschusses für die Einführung einer Mutterschutzzeit von 20 Wochen auf europäischer Ebene. Von diesen 20 Wochen können zwei Wochen auch als Vaterschaftszeit vom Partner in Anspruch genommen werden. Dazu erklärt Ulrike Lunacek, Mitglied im Frauenausschuss:

"Ich begrüße die Entscheidung des Frauenausschusses, eine Mutterschaftszeit von 20 Wochen auf europäischer Ebene bei voller Lohnfortzahlung zu unterstützen. Neu ist auch, dass von diesen 20 Wochen  zwei Wochen Vaterschaftszeit vom Partner für die Betreuung des Kindes genommen werden können. Das gibt den Vätern eine bessere Chance im Familienleben eine aktivere Rolle zu spielen und macht Unternehmen klar, dass auch Männer zur Kinderbetreuung ausfallen können.

Der Ausschuss sendet damit ein wichtiges Signal an Rat und Kommission, auf europäischer Ebene das Recht auf Vaterschaftszeit zu etablieren. In Österreich hat sich dies bereits bewährt, jedoch gibt es in Italien zum Beispiel gerade einmal zwei Tage bezahlte Vaterschaftszeit. In Österreich hat die Regierung den für 2010 versprochenen  „Papamonat“ - das wäre jene Zeit, die der Vater gemeinsam mit der Mutter nach der Geburt nehmen könnte - noch nicht umgesetzt. Väter können daher noch nicht gleich nach der Geburt ein paar Wochen zu Hause zu bleiben.

Ein weiterer wichtiger Baustein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter ist der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen. Hier ist in Österreich noch viel zu tun: Die österreichische Bundesregierung und die Länder sind gefordert, den Ausbau von Kinderbetreuungsstätten voranzutreiben."


Anmerkungen:

[1] Bericht Estrela über die Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes von schwangeren Arbeitnehmerinnen, Wöchnerinnen und stillenden Arbeitnehmerinnen am Arbeitsplatz.


Film von der Aktion mit Ulrike Lunacek




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